ADRA beschenkt 275 Waisenkinder in Tschetschenien
Gehst Du eigentlich gerne in die Schule? Sicher freust Du Dich, dass Du von Deiner Lehrerin oder Deinem Lehrer jeden Tag etwas Neues lernen kannst. Auch in Tschetschenien, einem Land im Südwesten von Russland, freuen sich die Kinder, zur Schule zu gehen. Viele Jahre gab es dort einen schlimmen Krieg, der viele Häuser zerstört und viel Leid in die Familien gebracht hat. Viele Kinder haben ihren Vater oder sogar beide Eltern verloren. Sie leben nun bei Verwandten oder in Waisenhäusern mit anderen Kindern zusammen, die das gleiche Schicksal erleiden mussten.
ADRA hat diesen Kindern zum Ende des vergangenen Jahres eine große Freude gemacht. Im Rahmen der „Aktion Kinder helfen Kindern“ wurden an drei Schulen in der Stadt Argun, im Dorf Alkhan-Yurt und in einem Dorf namens Kala Neujahrsprogramme durchgeführt. Die 275 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren haben außerdem jeder ein eigenes Geschenk erhalten.
Die Besonderheit an diesem Projekt war, dass ADRA anders als in den anderen Ländern, keine Geschenke aus Deutschland mit dem Lastwagen nach Tschetschenien gebracht hat. Dieses Land liegt von Deutschland nämlich sehr weit weg. Allein der Transport hätte schon viel mehr Geld gekostet, als die Geschenke selbst. Deshalb hat ADRA die Spielsachen, Süßigkeiten und anderen Freudenbringer direkt vor Ort eingekauft und die Pakete für die Kinder zusammengestellt. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Organisation „Denal“ durchgeführt, die sich um viele Absprachen und die Abwicklung vor Ort gekümmert hat.
Bereits Anfang Dezember haben die ADRA-Mitarbeiter in Tschetschenien begonnen, das Material für die Aktion einzukaufen. Bis Weihnachten waren dann alle Geschenke für die Kinder eingepackt. Was diese Kinder am nötigsten brauchen, haben die Schuldirektoren im Vorfeld mitgeteilt: Schulhefte, Stifte, Malbücher, Puzzles, Puppen für die Mädchen und Spielzeugautos für die Jungs. Dazu Kekse und Süßes, Saft und Orangen. Viele der Läden, in denen die Einkäufe getätigt wurden, haben einen Nachlass auf den Kaufpreis gegeben, als sie erfahren haben, dass es um Geschenke für Waisenkinder geht.
In der Stadt Argun fand das erste Neujahrsprogramm statt. Gemeinsam wurden Lieder gesungen, Spiele gespielt und spannende Rätsel geknobelt. Dann wurden die Geschenke verteilt. 70 Kinder haben plötzlich ganz große Augen bekommen, als die ADRA-Mitarbeiter die bunt verpackten Pakete aus dem Auto holten. Jedes Kind bekam ein eigenes Präsent. Eine solche Freude hast Du schon lange nicht gesehen, wie sie sich in den strahlenden Gesichtern zeigten.
Auch der Schulleiter bedankte sich nach dem Programm mit einem Brief bei ADRA: „Zusammen mit den Eltern und Verwandten der Schüler möchte ich ADRA meine Dankbarkeit für die Organisation eines Neujahrsprogramms für Waisen und Halbwaisen zum Ausdruck bringen. Es hat den Kindern und ihren Eltern viel Freude und Glück gebracht. Bitte unterstützen Sie uns auch in der Zukunft.“
An diesem Tag ist großes Glück in das einfache Schulgebäude eingezogen. Es ist nur ein kleines gemietetes Haus, denn die alte Schule ist im Krieg zerstört worden. Aber die Kinder sind froh, überhaupt etwas lernen zu dürfen. Und mit den neuen Schulheften und Stiften können sie das nun noch besser.
Das Schulgebäude in dem Dorf Alkhan-Kala besteht hingegen noch. Die Neujahrsfeier wurde in einem speziellen Versammlungsraum durchgeführt. Auch die ADRA-Mitarbeiter beteiligten sich an dem Programm. Über 100 Kinder bekamen an diesem Tag ein Geschenk. Und auch in der dritten Schule im Dorf Alkhan-Yurt haben sich Kinder über die Gabe von ADRA gefreut. Rund 100 Schülerinnen und Schüler nahmen am Programm teil und hielten anschließend die liebevoll eingewickelten Pakete in Händen.
In Akhan-Kala wurden zwei Schwestern von ihrer Tante begleitet. Sie erzählte uns ihre Geschichte. Während des Krieges kamen die Eltern der beiden Mädchen ums Leben. Zunächst wurden sie in ein Waisenhaus gesteckt, aber später adoptierte die Tante die Kinder und sorgt seitdem für sie. Es gibt viele andere Kinder in Tschetschenien wie sie. Einige haben ihren Vater verloren, andere die Mutter, viele haben gar keine Eltern mehr und auch keine Verwandten.
Ein Geschenk zu Weihnachten kann das schlimme Schicksal dieser Kinder nicht wieder gut machen, aber es kann sie für einen kurzen Moment aus dieser Situation holen und es zeigt ihnen, dass Kinder in anderen Ländern der Welt an sie denken. Bitte doch Deine Mama und Deinen Papa auch im nächsten Jahr ein paar Euro für die „Aktion Kinder helfen Kindern“ zu spenden. So können wir für die Kinder in Tschetschenien wieder Geschenke packen und mit anderen Projekten vielleicht sogar ihr Leben auf Dauer verändern. (Thoxan)
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