3 700 Geschenke für die Ärmsten der Armen
Erinnerst Du Dich, wie Du Dich letzte Weihnachten über die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum gefreut hast? Sicher haben Dir Mama und Papa etwas ganz Tolles geschenkt. Eine neue Puppe vielleicht oder eine elektrische Eisenbahn. Vielleicht auch ein Computerspiel und sicher ganz viele Süßigkeiten. 3 700 Kinder in der Slowakei haben sich ebenso wie Du über Spielsachen gefreut. Aber für sie war es das allererste Mal, dass sie überhaupt etwas geschenkt bekommen haben. Mit der „Aktion Kinder helfen Kindern“ hat ADRA diesen Kindern eine große Freude gemacht. Und Du hast dabei mitgeholfen, indem Du zusammen mit Deinen Eltern, im Kindergarten oder in der Schule ein solches Geschenkpaket für andere Kinder gepackt hast.
Die Slowakei ist ein Land in Mitteleuropa, das vor einigen Jahren aus der Teilung der Tschechoslowakei hervorging. Er grenzt an Österreich, Tschechien, Polen, die Ukraine und Ungarn. Eigentlich liegt die Slowakei gar nicht so weit weg. Und sie ist seit drei Jahren auch Mitglied der Europäischen Union, dem politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss einer ganzen Reihe von Ländern in Europa. Doch anders als in Deutschland und den westeuropäischen Staaten haben die Menschen in der Slowakei nicht so viel Geld. Der Durchschnittslohn ist nur ein Viertel von dem, was die Menschen hier in Deutschland verdienen. Viele Familien sind sogar noch ärmer und verdienen gerade mal genug, um sich etwas zu essen zu kaufen.
Genau solche bedürftigen Familien hat ADRA in der Slowakei ausgesucht, um den Kindern zu Weihnachten eine Freude zu machen. In der Stadt Hnúšt’a (ganz schön schwierig, diesen Namen auszusprechen, oder?) hat ADRA 300 Geschenke an Kinder aus Roma-Familien verteilt, die aus sozial sehr schwachen Verhältnissen kommen. In ihrem bisherigen Leben haben die Kinder noch nie solch ein Geschenk bekommen. Schon gar nicht so viele brauchbare und wertvolle Sachen.
Die Kinder haben das erste Mal gefühlt, dass sie mit anderen Kindern gleichwertig sind, die unter dem Weihnachtsbaum immer ein Geschenk finden. Jetzt wissen sie, dass auch jemand an sie denkt und dass sich auch geheime Wünsche erfüllen können. Die Freude über einige Süßigkeiten oder eine warme Mütze und einen Schal ist sehr groß. Zum ersten Mal im Leben halten die Kleinen eine Kinderzahnbürste und Zahnpasta in der Hand. Denn leider sind auch die hygienischen Verhältnisse in den Familien sehr schlecht, weil der Zugang zum Wasser sehr weit ist und die Menschen zu arm sind, um Hygieneartikel zu kaufen.
Große Freude gab es auch im Dorf Vrbov. Dort lebt eine Mutter mit ihren fünf Kindern unter der Armutsgrenze. Die Bedingungen, unter denen diese Familie hausen muss, lassen sich kaum ohne Tränen in den Augen beschreiben. In dem alten, zerfallenen Haus gibt es keinen Strom. Das Dach ist undicht. Feuerholz sammelt die Mutter im Wald. Der Vater ist verstorben und die Familie bekommt wegen unglücklicher Umstände keine Rente, um die Kinder zu versorgen. Menschen aus der Umgebung haben ADRA von der Not dieser Familie erzählt. Noch vor Weihnachten hat ADRA sie mit dem Nötigsten versorgt und ihnen Kleidung, Möbel, Decken und Kissen geschenkt, damit sie im Winter nicht zu frieren brauchen. Aber die größte Freude ist bei der Paketübergabe ausgebrochen. Dicke Freudentränen sind der Mutter und den Kindern über die Wangen gelaufen.
ADRA hat in der Slowakei noch viele Pakete in anderen Städten verteilt (die auch alle ganz schwierige Namen haben). Und dabei wurden immer zuerst die Kinder berücksichtigt, die entweder ganz ohne Eltern oder bei ihren Großeltern leben. ADRA konnte leider nicht alle Kinder versorgen, dafür hätten wir noch viel mehr Pakete gebraucht.
Doch alle, die ein Geschenk erhalten haben, waren darüber so glücklich, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Wer in den Kinderaugen lesen kann, wartet nicht auf das ausgesprochene „Dankeschön“. Hunderte Küsse, die die Kinder gesendet haben, sind Zeichen genug, um die Freude bei den Kindern zu spüren. Willst Du auch im nächsten Jahr wieder bei der „Aktion Kinder helfen Kindern“ mitmachen? Besonders die Roma-Kinder in der Slowakei freuen sich schon auf Geschenke aus Deutschland und dass wir ihnen helfen wollen, sich besser mit ihren Nachbarn zu verstehen und zusammenzuleben. (Thoxan)
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