9 270 strahlende Gesichter in der Ukraine
Wenn wir an die Ukraine denken, fällt einigen von uns vielleicht ein, dass dort in drei Jahren die Fußball-Europameisterschaft stattfindet. Leider wird ein großer Teil der Kinder in der Ukraine davon nicht viel mitbekommen. Sie sind zu arm, um sich eine Karte für ein Spiel leisten zu können. Vielleicht wären sie richtig große Fußballfans wie viele von Euch auch, aber ihre Eltern haben einfach kein Geld, um ihren Kindern eine Freude machen zu können. Ein richtiger Fußball, um zusammen mit ihren Freunden auf dem Bolzplatz zu spielen, ist für sie schon unerschwinglich.
Die Ukraine liegt zwar nicht weit von Deutschland entfernt, wie Ihr seht, ist das Leben dort aber ganz anders. Das fängt schon beim Weihnachtsfest an, das die Ukrainer zwei Wochen nach uns, am 6. Januar feiern. Wir denken an diesem Tag hier in Deutschland an die Heiligen Drei Könige. Auch mit den Waisenkindern ist es in der Ukraine anders als bei uns. In Deutschland haben Waisenkinder meist keine Eltern mehr. In der Ukraine hingegen sind viele Kinder Waisen, weil sich ihre Eltern nicht mehr um sie kümmern können oder wollen.
Das ist eigentlich noch viel trauriger. Für sie ist das Weihnachtsfest etwas ganz besonderes. Dann dürfen die ukrainischen Kinder nämlich ihre Eltern besuchen. Diese Besuchszeit, die für die Kinder wie Ferien ist, dauert bist Mitte Januar. Deswegen haben wir uns auch erst im neuen Jahr nach Kiew aufgemacht. Das ist die Hauptstadt der Ukraine, in der wir uns mit unseren ADRA-Kollegen getroffen haben, um den Kindern gemeinsam Eure Pakete zu überreichen.
Wir sind viele Stunden über wellige und kaputte Straßen gefahren, bis wir in die Städte Rivne, Lutsk und Kovel kamen. Hier sollten Eure Geschenke die Kinder glücklich machen, denn in diesen Städten finden viele Männer keine Arbeit. Und wenn ein Mann in der Ukraine keine Arbeit findet, heißt das fast immer, dass seine Familie sehr arm ist. Viele solcher Familien leben hier, die sehnsüchtig auf unser Kommen warteten. Man konnte förmlich spüren, wie die Spannung stieg, als wir aus unseren LKWs stiegen und die Päckchen auf der Ladefläche sichtbar wurden. Und als dann jedes Kind ein Geschenk in der Hand hielt, war die Begeisterung natürlich riesengroß.
In den Heimen läuft es natürlich etwas anders ab. Bevor wir eure Geschenke austeilen, zeigen uns die Kinder ein tolles Programm, das sie schon lange eifrig einstudiert haben. Und ihre Vorführungen sind manchmal richtig zum Staunen. Nach dem bunten Zauber ging es dann zur Bescherung. Selig vor Glück und Vorfreude schleppten die Kinder ihre Päckchen in ihre Klassenräume und da ging es sofort mit Eifer ans Auspacken. Oleg war so neugierig, er konnte es nicht lassen, seine Nase in die vielen Pakete zu stecken.

Ein Junge im Heim von Ivanichi freute sich so über eine Dose Erdnüsse, dass er jedem davon abgab. Die anderen Kinder sollten sich wohl selbst davon überzeugen, dass sein Geschenk ihm ganz besonders schmeckte. Ein anderer kam auf uns zugerannt, drückte mir sein eben ausgepacktes Stofftier in die Hand und machte sich dann daran, in seinem Paket nach weiteren Dingen zu stöbern. Ihr seht, dass die Kinder von Euren Geschenken total begeistert waren.
Wir fuhren noch in viele weitere Städte in der Ukraine und jedes Mal hörten wir ein lautes „Djakuju“, das ukrainische Wort für „Dankeschön“. Über 9 000 Pakete und fast 900 große Kisten aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, den Niederlanden und Luxemburg konnten wir so in diesem Land verteilen. Und natürlich möchten wir Euch die „Djakuju“s der Kinder für Euren Einsatz deshalb gerne weitergeben.