
Über 5 000 Geschenke in Albanien sorgen für glänzende Kinderaugen
Kinder in Albanien leben oft unter ärmlichsten Bedingungen. Den Roma-Kindern geht es aber noch viel schlechter als den albanischen Kindern. Ihnen fehlen besonders das Verständnis und die Akzeptanz der Menschen im Land. Die Erwachsenen behandeln sie mit Gleichgültigkeit und denken, dass sie nicht in die Schulen gehen sollten. Stattdessen müssen sie häufig auf der Straße betteln. Ist das nicht ungerecht?
Wir haben viele von den Roma-Kindern in Albanien getroffen und ihnen Eure Pakete übergeben – sie freuen sich mindestens genauso sehr darüber wie alle anderen. Die meisten von ihnen sprechen sogar sehr gut albanisch. Niemand würde vermuten, dass sie nicht aus Albanien stammen. Gut, dass Eure Geschenke ihnen helfen, sich genauso erwünscht und verstanden zu fühlen, wie die anderen albanischen Kinder auch.
Wieviel wir mit unserer Aktion bewirken konnten, zeigt auch dieses Beispiel: Ein Bürgermeister hat im Fernsehen Aufnahmen gesehen, in dem wir Kinder beschenkten. Das Haus, in dem die Kinder lebten, war furchtbar heruntergekommen. Die armen Kinder lebten dort unter unmenschlichen Bedingungen. Der Bürgermeister war so bewegt von ihrem erbärmlichen Zustand, dass er sofort versprach, ihr Haus wieder aufzubauen.
In der Gegend der Stadt Tirana konnten wir auch ein Waisenhaus besuchen. Uns fielen gleich die furchtbaren Lebensbedingungen auf, unter denen die Kinder hier wohnen mussten. Besonders den Ärmsten der Armen geht es so schlecht, dass sie sich nur das Nötigste zum Leben leisten können. Natürlich bleibt da nichts übrig, um die Kinder zu Weihnachten zu beschenken. Stellt Euch deshalb nur vor, wie groß die Freude in diesen Familien war, als wir ihnen Eure Pakete überreichten.
Auch an einem besonders ungewöhnlichen Ort verteilten wir Geschenke: Im Frauengefängnis der Stadt Ali Demi. Einige ganz kleine Kinder schlafen im Gefängniskindergarten, damit sie ihre Mütter überhaupt einmal sehen können. Die älteren dürfen ihre Mütter nur sehr selten im Jahr besuchen kommen und sind die meiste Zeit von ihnen getrennt. Wir wollten ihnen einen ganz besonderen Tag bereiten und haben deshalb ein spezielles Programm vorbereitet. Da durften Eure Geschenke natürlich nicht fehlen. Überall flossen Tränen bei Müttern und Kindern. Alle freuten sich über das Wiedersehen und Eure Pakete. Die Frauen leben hier in schlechten Verhältnissen und einer beklemmenden Atmosphäre – aber das Lachen der Kinder erfüllte das ganze Gebäude mit Freude.
Mitten im Elend treffen wir auf Rudna. Das kleine Mädchen ist erst acht und hat trotzdem schon mehr Elend in ihrem kurzen Leben gesehen als wir alle zusammen. Ihre Mutter ist Witwe, da ihr Vater vor vielen Jahren bei einem Autounfall gestorben ist. Sie hat fünf Geschwister. Eine Schwester ist schon verheiratet und der älteste Bruder ist ausgezogen. Mit den drei anderen und der Mutter lebt sie in einem heruntergekommenen Haus. Das Dach des Hauses ist kaputt und ständig tropft es herein. Auch die Fensterscheiben sind zerschlagen. Es gibt nur einen Raum im Haus, in dem es etwas wärmer ist – dort hält sich die gesamte Familie fast den ganzen Tag auf – egal ob zum Essen, Schlafen oder Kochen. Weil ihre Mutter nicht mehr arbeiten kann und keine finanziellen Rücklagen hat, leben Rudna und ihre Geschwister von Spenden. Die Freude ist grenzenlos, als wir mit unseren Geschenkpaketen vor der Haustür stehen. Rudnas Mutter ist überglücklich, dass ihre Kinder endlich warme Sachen zum Anziehen bekommen, denn sie kann sich keine leisten. Sie bedankt sich überschwänglich. Rudna und ihre Geschwister bestehen darauf, dass wir ihnen beibringen, wie man sich auf deutsch bedankt.
5 298 Pakete und 850 Kisten mit Kleidung konnten wir 2008 nach Albanien bringen und dort hilfsbedürftigen Kindern übergeben. Selbst als sich die Fahrt einer unserer Trucks in der italienischen Stadt Bari um zehn Tage verzögerte, ließen wir uns nicht aufhalten. Die strahlenden Kinderaugen und lachenden Gesichter gaben uns Recht und belohnten uns für all unsere Mühen. Und das laute „Danke!“ von Rudna und ihren Geschwister wollen wir natürlich gerne an Euch weitergeben.