
Eure Geschenke erfreuen fast 6 000 Kinder in Moldau
Moldau ist noch immer das ärmste Land in Europa. In vielen Familien werden deshalb Kinder oder anderen Familienmitglieder ins Ausland geschickt. Sie sollen dort Geld verdienen, weil die Familien hoffen, so der Armut entfliehen zu können. Viele Kinder werden deshalb in Moldau zurückgelassen. Über 200 000 Kinder unter 14 Jahren wurden von einem Elternteil verlassen, 40 000 sogar von beiden. Von der Armut am meisten betroffen sind also auch hier wieder die Kinder, obwohl sie sich am wenigsten dagegen wehren können.
Wie wichtig eure Geschenke deswegen für sie sind, haben wir selbst erleben dürfen. Die Kinder in manchen Familien haben nach jedem Klingeln des Telefons gefragt, ob jemand von ADRA angerufen hat und ob wir dieses Jahr wiederkommen und ihnen Geschenke bringen. Als wir dann tatsächlich vor der Tür standen, haben viele längst auf uns gewartet und die Hoffnung nicht aufgegeben, in diesem Jahr wieder ein Geschenk zu erhalten. In vielen Kinderheimen, Waisenhäusern und Heimschulen waren wir unterwegs und verteilten viele Päckchen.
Was für freudige Gesichter wir erleben durften! So viel Fröhlichkeit, Neugier und Glück strahlte uns entgegen. Eilig wurde das Klebeband von den Paketen gerissen und die kleinen Augen waren gespannt, was sie in ihren Päckchen erwartete. Spielsachen wurden getauscht oder verschenkt oder stolz den Eltern präsentiert. Einige Kinder mussten ihre Eltern erst fragen, was sie denn geschenkt bekommen haben, weil sie viele Dinge noch nie gesehen hatten. Wir haben erneut gemerkt, dass Eure Geschenke für viele Familien in schlimmen Situationen wie Hoffnungsschimmer sind. Sie wissen dann, dass jemand an sie denkt und sich um sie sorgt.
Eine besondere Begegnung machten wir mit Pavel. Er ist 19 Jahre alt und querschnittsgelähmt. Er sitzt im Rollstuhl und kann sich nicht selbst bewegen. Deswegen helfen wir ihm dabei, sein Geschenk zu öffnen. Obwohl Pavel nichts sagen kann, erzählen seine Augen von großem Interesse. Im Paket findet Pavel einen großen Kalender mit Hundebabys. Ein riesiges Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. Auch Schokolade befindet sich unter den Geschenken. Pavels Mutter freut sich mit ihm: „Ja, Schokolade mag er sehr gern!“ Pavel macht Geräusche, die seine Freude zeigen. Den selbstgestrickten Schal den er findet, kann er anziehen, wenn er mit seiner Mutter draußen spazieren fährt. Pavel hat sich, wie nur er es kann, mit seinem Lächeln, seinen strahlenden Augen und lauten Geräuschen für Eure Geschenke bedankt. Auch wenn er mit den neuen Stiften nicht so zeichnen kann wie andere Kinder, wird er mit Hilfe seiner Mutter damit die schönsten Bilder malen. Ihr merkt, dass Ihr Pavel sehr viel Freude geschenkt habt.
Wowa wohnt mit seiner Mutter in der Hauptstadt Chisinau, im 14. Stock eines alten Hochhauses. Wir besuchen ihn spät am Abend, aber da ist Wowa schon weg. Er hat den ganzen Tag gewartet, erzählt seine Mutter, aber nun ist er bei einem Freund, der Geburtstag feiert. Sie ruft bei dem Jungen an und fünf Minuten später steht Wowa vor der Tür. Er ist ganz außer Atem, aber er wollte es sich nicht entgehen lassen, das Geschenk selbst anzunehmen.

Wir erzählen Wowa, dass sein Paket Geräusche gemacht hat und wir vermuten, dass eine Kinderrassel darin ist. „Uh, dann kann ich die einem kleinen Kind schenken, das bei dem Geburtstag auch dabei ist!“, ruft er. Das Geräusch kam aber von einem Spiel, das Wowa, ohne in die Anleitung zu sehen, nach seinen eigenen Regeln spielt. Er findet auch eine Kosmetiktasche und ein buntes Tuch. Beides gibt er seiner Mutter. Er freut sich sehr, dass auch für sie etwas dabei ist. Die Lebkuchen verschenkt er an uns und behält keinen einzigen für sich. Wowa erstaunt uns. Er hat selbst kaum etwas zum Leben und gibt doch seine Dinge ohne nachzudenken an andere weiter. Die anderen Süßigkeiten will er an die Kinder auf dem Geburtstag verteilen, die dieses Jahr keine Geschenke bekommen haben.
Wie gut, dass Wowa etwas von Euch bekommen hat, denn mit seinen Geschenken macht er noch viele andere Kinder glücklich. An fast 6 000 Kinder aus sozial schwachen Familien haben wir Eure Pakete aus Bayern verteilt und alle waren so begeistert davon wie Wowa und Pavel. Damit das im nächsten Jahr auch so bleibt, unterstützt uns bitte wieder so zahlreich.